Gotthardwanderung Montag, 17. Oktober

Früh hielten wir Tagwache. Wir hatten ja auch eine ganze Menge vor. Aber zuerst verwöhnt uns der Wirt persönlich mit einem Frühstück, welches unsere kühnsten Erwartungen übertrifft: Kaffee, ein Korb voller Brote und Gipfeli, ein Teller voller Konfitüre und Honig, ein Teller voller Käse, ein exzellentes Rührei mit Käse und Zwiebel. Wir beginnen den Tag wie wir den alten beendet haben: Mit vollem Bauch.

Plötzlich treten zwei unerwartete, aber bekannte Gesichter den Raum: Simon und Marcos. Sie sind nach Andermatt angereist, um mir eine ganz besondere Überraschung zu ermöglichen: Die Fahrt am Steuer eines brandneuen Tesla X. Nach kurzer Einführung von Simon brausen wir von 0 auf 100 in 4 Sekunden und etwas später gar mit Autopilot über den Gotthardpass nach Airolo.

Simon und Marcos überraschen uns
Mit Tesla X
Hingucker auf dem Gotthard
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In Airolo verabschieden wir uns von den zwei Überraschungsgästen und treffen dafür auf zwei Wandersleute: Christian und Freddy, die uns am Montag begleiten. Wer nun dachte, dass es von Airolo nach Faido nur bergab geht, hat sich gewaltig geirrt. Gleich zu Beginn kommen wir schon ganz schön ins Schwitzen. Die Strecke ist abwechslungsreich aber auch streng. Selbst wenn man ein Zwischenziel schon vor Augen hat und denkt, es seien nur noch wenige Minuten, geht es zuerst nochmals tüchtig bergauf.

Zum Glück gibt es ab und zu die Möglichkeit, in einem Restaurant eine Stärkung zu nehmen. In Rodi-Fiesso öffnet gar extra ein Restaurant für uns nach 14 Uhr nochmals. Die Amicis sind einfach toll.

Steiler Auftakt
Kämpfen sich bergauf
Nach dem steilsten Stück
Oliver
Philipp
Christian
Freddy
Bruderherz
Das z'Nüni vor Augen
Moni verwöhnt uns
Freddy verkauft noch was
Restaurant Dazio-Grande
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Nach dem Lunch in Rodi-Fiesso geht es durch die wunderschöne Piottino-Schlucht, ein Überbleibsel der historischen Leventina-Strasse, die im 14. Jahrhundert erbaut wurde. Die Gotthardbahn überwindet diese Schlucht mit zwei Kehrtunnels, dessen Ein- und Ausfahrten wir in unmittelbarer Nähe bestaunen können. Es sind die ersten Häuser von Faido schon erkennbar und man glaubt wieder, man sei schon fast am Ziel. Doch auch diesmal werden wir getäuscht: Nochmals geht es über grosse Steine eine ganze Weile steil bergauf. Erst etwa 50 Minuten später erreichen wir mit sehr schweren Beinen Faido.

Faido war offenbar früher eine wohlhabende Gemeinde. Prachtvolle Hotels und traumhafte Villen mit grossen Gärten sowie stattliche Häuser säumen unseren Weg. Doch diese Zeiten scheinen recht klar vorbei zu sein. Beinahe jedes Haus gammelt vor sich hin. Die Prachtsbauten sind mehrheitlich verlassen, die Türen und Fenster verrammelt. Das einzige geöffnete Hotel mit Restaurant, das Hotel Faido am Dorfplatz, scheint die besten Zeiten auch lange hinter sich gelassen zu haben. Wir beschliessen, mit dem Auto ausserhalb Faido etwas besseres aufzusuchen. Nach mehreren gescheiterten Versuchen (alles war geschlossen oder zu weit entfernt) landen wir wieder auf dem Dorfplatz und versuchen es mangels Alternativen trotzdem mit dem Restaurant im Hotel Faido.

Der italienisch sprechende Kellner führt uns durch den von aussen sichtbaren Saal hindurch und öffnet eine weite Schiebetüre, hinter welcher sich ein sehr gepflegter, geschmackvoll gedeckter Speisesaal öffnet. Das Schicksal hat uns eben doch ans richtige Ort geführt. Wir wollten es nur nicht wahr haben.

Nach dem reichlichen und auch sehr guten Nachtessen trennte sich unsere Wandergruppe vom Montag; die einen Richtung Bahnhof und die andern Richtung Dusche.

Durstig!
Piottino-Schlucht
Wo einst die Postkutsche holperte
Reste vom ersten Säumerpfad
Brücken, wo man hinsieht
Beeindruckende Zeitzeugen
Gut gepflegte Wege
Zufriedene Wanderer
Kehrtunnelausfahrt
Schnelle Personenzüge
Überall hat's Kastanien
Weiler mit Pferden
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