08) Washington to Pittsburgh

Der Wetterbericht war richtig, aber so richtig ernst haben wir ihn nicht genommen. Die Prognose sagte zwei Tage unwetterartigen Dauerregen mit Starkwind voraus. Wir haben die zwei Tag mit etwas Sight-Seeing, Waschen, Organisieren und dem Besuch von Freunden verbracht. Erst als ich am dritten Tag endlich auf meine Route entlang dem Potomac River schwenkte, wurde uns das Ausmass des Regens vor Augen geführt. Der Fluss war zwischen 5 und 7 Meter über seinem normalen Pegel. Dass dies nicht ohne Probleme abgehen wird, liegt wohl auf der Hand. Eine Teilstrecke fahre ich am Flussrand noch durchs Wasser und kämpfe mich durch umgestürzte Bäume. Aber schliesslich muss ich aufgeben, da der Weg in einem Teilstück komplett weggeschwemmt wurde.

Der Potomac River wird von Washington bis Cumberland von einem Kanal für frühe Binnenschifffahrt gesäumt. Dieser Kanal hat eine Länge von sagenhaften 300 km Länge. 1828 begann der Bau, 1924 wurde der Betrieb eingestellt. Es gibt 74 Schleusen, 11 Aquadukte und sogar einen 900m langen Tunnel. Ich habe mit dem Fahrrad drei Tage gestrampelt, um diese Strecke zurückzulegen. Ich kann mir die Strapazen nicht vorstellen, die geleistet werden mussten, um auf dieser Strecke einen Kanal auszuheben, und zwar nur mit Schaufel und Hacke. Unglaublich.

Parallel zum Kanal verlief aber auch noch eine Bahnlinie. Auch sie ist heute nicht mehr in Betrieb und zum Teil ebenfalls für Radfahrer erschlossen. Daraus ergibt sich eine spezielle Art von Anschauungsunterricht auf engstem Raum: Die ersten Güter wurden mit Planwagen zur Küste oder umgekehrt transportiert. Die Planwagen wurden verdrängt von den Lastschiffen, welche am Rand von Mauleseln gezogen wurden. Dieser wahnsinnige Kanal wurde dann überflüssig und verdrängt durch die Fertigstellung der Eisenbahn. Die Eisenbahn wiederum wurde verdrängt durch die Strasse und deren Lastwagen. Wie lange die aktuellen Platzhirsche mit der Klimakrise noch bestand haben, wird sich zeigen. Aber diese drei Tage führen mir ganz klar vor Augen, dass nichts von Dauer ist.

Am Ende des dritten Tages, auf dem Campingplatz angekommen, passiert mir ein dämliches Missgeschick: Ich vergesse vor dem Absteigen den Sattel zu senken. Ich stürze sozusagen im Stand. Die scharfen Stifte, die aus den Pedalen ragen und welche üblicherweise für einen guten Halt sorgen, sorgten jetzt schmerzhaft dafür, dass mein Schienbein blutete. Vermutlich ist es nur eine tiefe Schürfung. Am nächsten Tag radle ich nochmals 70 km, doch dann muss ich kürzertreten. Das Bein schmerzt und ist ständig geschwollen. Vermutlich ist einfach eine längere Pause angesagt. So geht es jedenfalls nicht weiter.




Translated with www.DeepL.com


The weather forecast was correct, but we didn't really take it seriously. The forecast predicted two days of unseasonable steady rain with high winds. We spent the two days doing some sight-seeing, washing, organizing and visiting friends. It wasn't until I finally swung on my route along the Potomac River on the third day that we were aware of the extent of the rain. The river was between 5 and 7 meters above its normal level. It is obvious that this is not without problems. For a part of the way I was still riding through the water at the edge of the river and fighting my way through fallen trees. But finally I have to give up, because the road was completely washed away in one section.


The Potomac River is lined from Washington to Cumberland by a canal for early inland water transportation. This canal is a staggering 300 kilometers in length. Construction began in 1828, and operations ceased in 1924. There are 74 locks, 11 aquaducts and even a 900 m tunnel. I pedaled three days to cover the distance. I can't imagine the effort that had to be made to dig a canal on this stretch, using only a shovel and a pick. Unbelievable.


Parallel to the canal there was also a railroad line. It, too, is no longer in operation today and has also been partly opened up for cyclists. This results in a special kind of illustrative lesson in a confined space: The first goods were transported to the coast or vice versa by covered wagons. The covered wagons were displaced by the barges, which were pulled by mules at the edge. This insane canal was then made obsolete and displaced by the completion of the railroad. The railroad, in turn, was displaced by the road and its trucks. How long it will last with the climate crisis remains to be seen. But these three days clearly show me that nothing is permanent.


At the end of the third day, arrived at the campsite, it happens a stupid mishap: I forget to let down the saddle before dismounting. I fall while standing. The sharp pins that protrude from the pedals and which usually provide a good grip, now painfully ensured that my shinbone was bleeding. Probably it is only a deep abrasion. The next day I cycle another 70 km, but then I have to cut back. The leg hurts and is constantly swollen. Probably a longer break is simply announced. So no further ongoing on bike.