12) Service Stopp

Wie schon im vorangehenden Blogeintrag erwähnt, nutzten wir die Schlechtwetterlage, um allerlei Service-Angelegenheiten zu erledigen.

Bei unserem Airstream wurden die Radlager ausgebaut, gefettet und wieder eingebaut sowie die Bremsen auf beiden Seiten ersetzt. Das sollte jetzt wieder 8000 km halten.


Unser Touareg verlangte nach einem Service. Leider waren im Umkreis von mehreren 100 km alle VW Garagen nicht in der Lage, uns einen Termin zu geben. Aber wir lernten dann von unserem Freund Joe, dass man Service nicht nur bei lizenzierten Händlern machen kann, sondern bei unabhängigen Schnellservices. Die machen einen Service innerhalb von etwa einer Stunde. Dabei werden nebst dem Wechsel von allerlei Flüssigkeiten auch 30 Punkte am Fahrzeug geprüft. Anschliessend bekommt man einen detaillierten Bericht. Diese Service-Shops scheinen zu halten, was der Name verspricht: Service! Nur der Hardrock, dem man im Wartebereich ausgesetzt ist, ist nicht ganz so angenehm. Aber was soll's, nichts ist perfekt.


Zu guter Letzt hat auch Oli so eine Art Service erhalten: Sein Hinterteil konnte sich etwas erholen und – das ist weitaus wichtiger – konnten wir die zwei Tage investieren, um im Universitätsspital von Iowa die für ihn so wichtigen periodischen Bluttests machen zu lassen. DAS war aber eine richtig, richtig schwierige Aufgabe.

Wir starteten ganz unbefangen an der Information beim Haupteingang. Wir bekamen einen Plan, wo das Labor ist und liefen dann etwa eine halbe Stunde durch das Spitalgelände von Gebäude zu Gebäude und entlang von vielen Gängen. Beim Labor angelangt kam dann die Enttäuschung. Schon nach wenigen Sekunden winkten sie ab und meinten, da gäbe es keinen Weg für uns. Wir seien Ausländer und somit nicht im Besitz einer gültigen Versicherung für die Abrechnung. Dass ich bar oder mit Kreditkarte zahlen könnte, interessierte natürlich an diesem Schalter niemand. Leute wie wir sind im System schlicht nicht vorgesehen. – Ich dachte mir, dies sei vielleicht der Moment etwas frech zu sein. Wir wechselten also die Abteilung – nur um die Ecke – und versuchten es dort bei der Krebs-Abteilung, natürlich mit dem Blick eines treuen traurigen Hündchens. Die Dame dort hob doch zumindest den Telefonhörer und rief ihren Vorgesetzten an. Nach etwas hin und her war das «no way» doch schon mal «we try to find a way».

Nach einer Weile bekamen wir dann den Forderungskatalog mit einem laaaaangen Beschrieb. Die zwei wichtigsten Informationen waren, dass ein Arzt aus der Schweiz den Bluttest bestellen muss. Bestellungen von Privatpersonen werden nicht zugelassen. Da zu dieser fortgeschrittenen Stunde und nach der Warterei in der Schweiz schon Feierabend ist und zudem auch noch ein verlängertes Wochenende anstand, versteht sich von selbst. Ich versuche trotzdem meine betreuende Ärztin A.G. vom Kantonsspital Luzern telefonisch zu erreichen. Wie gesagt, es war schon früher Abend. So verwunderte es nicht, dass der Anruf ins Leere ging.

Ein paar Augenblicke später – wir trauten unseren Augen nicht – rief A.G. zurück. Was für eine Freude und was für eine Erleichterung. Ich kann es selbst jetzt beim Schreiben noch kaum fassen. Menschen, die so über das normale Pflichtbewusstsein hinausgehen, ähm, ich hab gar keine Worte dafür.

Also Wochenende und Feierabend hin oder her: A.G. organisierte alles was es brauchte – und das war nicht wenig – damit ich das Formular am nächsten Morgen einreichen konnte.


Damit schien diese Odyssee überwunden. Aber das war sie noch nicht ganz. Gegen Mittag des zweiten Tages bekam ich dann die Rechnung, welche ich sofort mit der Kreditkarte bezahlen konnte. Daraufhin erhielt ich die nächsten Anweisungen, wo ich den Bluttest machen kann, und wie ich mich am Empfang identifizieren soll. Also los: Am betreffenden Spital, am betreffenden Empfang lag das zwischenzeitlich dorthin übermittelte Formular tatsächlich bereit. Es sah stark nach einer verpixelten Faxübermittlung aus. Obschon das Formular alle meine Angaben enthielt, musste ich dort alle Angaben nochmals per Telefon, einer mir unbekannten Administration durchbuchstabieren. Währenddem ich das mache, sehe ich, wie die Dame vor mir das verpixelte Formular wiederum einscannt. Es sind also nicht nur Gottes Wege unergründlich, jene des Universitätsspitals Iowa sind es auch.

DANN, ja dann war alles bereit für die Blutentnahme. Spannend wurde es anschliessend wieder. Dass die Übermittlung der Resultate etwas knifflig werden würde, ahnte ich schon: Dies konnte kaum schon das Ende sein. Und so war es auch:

Ich fragte, wie ich denn jetzt zu den Resultaten komme, ob sie mir das per Mail übermitteln würden. Aber nein, das wäre zu einfach, offiziell zu indiskret. Ich muss mich bei einem digitalen Dienst registrieren. Dort eingeloggt kann ich die Werte dann abrufen. Bloss: Niemand hat daran gedacht, dass die Registration eine amerikanische Telefonnummer sowie eine amerikanische Postleitzahl voraussetzt. Um dieses System zu umgehen, waren nochmals etwa 60 Minuten und zahlreiche Telefongespräche nötig. Zumindest war die Dame am Schalter vor mir eine grosse Hilfe, sie hat sich richtig ins Zeug gelegt, um das irgendwie rauszukriegen.

Jetzt sind wir also wieder «on the road». Und im Augenblick sieht es so aus, dass alle technischen und administrativen Probleme gelöst sind. Was aber nicht heisst, dass da keine «Steine» im Weg liegen. Denn kaum sind wir wieder unterwegs müssen wir innerhalb nur einer Stunde gleich zweimal umdrehen. Die Gründe dafür seht ihr in den Fotos.





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As mentioned in the previous blog entry, we took advantage of the bad weather to take care of all sorts of service issues.

On our Airstream, the wheel bearings were removed, greased and reinstalled, and the brakes on both sides were replaced. That should now last another 8000 km.

Our Touareg required a service. Unfortunately all VW garages within a radius of several 100 km were not able to give us an appointment. But we then learned from our friend Joe that service can be done not only at licensed dealers, but at independent quick services. They do a service within about an hour. In addition to changing all kinds of fluids, they also check 30 points on the vehicle. Afterwards, you get a detailed report. These service stores seem to deliver what the name promises: service! Only the hard rock, to which one is exposed in the waiting area, is not quite so pleasant. But what the heck, nothing is perfect.

Last but not least, Oli also received some kind of service: His bottom could recover a bit and - this is far more important - we could invest the two days to have the periodic blood tests done at the University Hospital of Iowa, which is so important for him. THAT, however, was a really, really difficult task.

We started at the information desk by the main entrance with no preconceived notions. We were given a map of where the lab was and then walked for about half an hour through the hospital grounds from building to building and along many corridors. Once we arrived at the lab, disappointment set in. After only a few seconds they waved us off and said that there was no way for us to get in. We were foreigners and therefore not in possession of a valid insurance for the billing. The fact that I could pay cash or by credit card was of course of no interest to anyone at this counter. People like us are simply not provided for in the system. - I thought this might be the moment to be a bit cheeky. So we changed departments - just around the corner - and tried there at the cancer department, of course with the look of a faithful sad puppy. The lady there at least picked up the phone and called her supervisor. After a little back and forth, the "no way" was "we try to find a way".

After a while we got the list of demands with a loooong description. The two most important pieces of information were that a doctor from Switzerland must order the blood test. Orders from private persons are not allowed. Since at this advanced hour and after the waiting in Switzerland it is already closing time and in addition also a long weekend was pending, it goes without saying. Nevertheless, I tried to reach my supervising physician A.G. from the Cantonal Hospital of Lucerne by telephone. As I said, it was already early evening. So it was not surprising that the call went nowhere.

A few moments later - we could not believe our eyes - A.G. called back. What a joy and what a relief. I can hardly believe it even now as I write. People so above and beyond the normal call of duty, um, I don't even have words for it.

So weekend and closing time or not: A.G. organized everything it needed - and that was not little - so that I could submit the form the next morning.

So this odyssey seemed to be over. But it was not quite yet. Around noon of the second day, I received the invoice, which I was able to pay immediately with my credit card. I then received the next instructions on where to take the blood test and how to identify myself at the reception desk. So off I went:

At the hospital in question, at the reception desk in question, the form that had been sent there in the meantime was indeed ready. It looked very much like a pixelated fax transmission. Although the form contained all my data, I had to spell out all the information again by telephone, to an unknown administration. While I am doing this, I see how the lady in front of me scans the pixelated form again. So not only are God's ways inscrutable, so are those of the University of Iowa Hospital.

THEN, yes, everything was ready for the blood collection. Afterwards it became exciting again. I already suspected that the transmission of the results would be a bit tricky: This could hardly be the end. And so it was:

I asked how I could get the results, if they would send them to me by mail. But no, that would be too easy, officially too indiscreet. I have to register with a digital service. Once logged in, I can then retrieve the values. But nobody thought about the fact that registration requires an American phone number and an American postal code. To get around this system, it took another 60 minutes and numerous phone calls. At least the lady at the counter in front of me was a big help, she really went out of her way to figure it out somehow.

So now we are "on the road" again. And at the moment it looks like all technical and administrative problems are solved. But that doesn't mean that there are no "stones" in the way. Because as soon as we are on the road again we have to turn around twice within one hour. You can see the reasons for this in the photos.