2019 - 06) Beautiful High-Desert

September 20, 2019

English as usual below.

 

Aufgrund der überwältigenden Eindrücke gibt es wider Erwarten doch noch einen weiteren Blogeintrag:

Wie die regelmässigen Leser unseres Blog wissen, stand nur noch die Rückreise von Portland nach San Francisco (rund 900 km) mit einem Mietwagen auf dem Programm. Sozusagen eine Pflichtübung, eine notwendige Strapaze. So ähnlich waren jedenfalls unsere Gedanken. Überraschenderweise wurden diese drei Tage aber zu einem der Highlights des Urlaubs. Wie also das?

Am Vorabend dieser Rückreise informiere ich mich über die Wetterausichten entlang der Küste: Neblig, Nieselregen und kalt. Passt ja super. Kurzum plane ich eine Alternativroute über den Südosten von Oregon und durch die Wüste von Nevada.

 

Einen Jeep haben wir ja sowieso reserviert, da kann auf den Staubpisten der High-Desert nicht viel schiefgehen. Gesagt – getan.

Das Wetter ist gewitterhaft, dunkle Wolken und klare Sonnenstrahlen wechseln sich ab. Ab Prineville, also nach den ersten 250 km, sind wir auf dem Highway 27 unterwegs. Eine Strasse, welche zwar Highway heisst, aber etwa den Charakter einer schönen Nebenstrasse hat. Als dann der Highway plötzlich nicht mehr asphaltiert ist, beunruhigt uns das nicht sonderlich, aber ein wenig überrascht waren wir schon. Denn in der Regel sind Strassen mit dem Namen Highway asphaltiert. Kurz darauf fehlt aber auch der Kies auf der Strasse, und durch den Regen, der nur Minuten vor uns aufgehört haben muss, ist die Fahrbahn eine kleine Schlammschlacht. Der gemietete Grand Cherokee macht sich ganz gut. Aber ich wette der Wagen wäre froh gewesen, hätte er bessere Pneus gehabt. Wir schliddern trotz allem ganz schön umher. Aber die Landschaft durch den langen, gewundenen Canyon ist spektakulär.

 Highway 27 from Prineville southbound

 

Wir erreichen unser erstes Etappenziel in der High-Desert von Oregon am frühen Abend. Der Ort Frenchglen ist auf der Karte kaum zu finden. Er besteht lediglich aus einem historischen alten Hotel, einer Tankstelle und einem kleinen Lebensmittelladen. Der nächst grössere Ort ist etwa 100 km nördlich davon. Wir sind eben angekommen, wird mit dem eisernen Triangel auf der Veranda zum Nachtessen geläutet. «You better look for a table now» heisst es. Das Speisezimmer hat das Ambiente einer Holzfällerhütte. An drei grossen Tischen sitzen sämtliche 25 Gäste des ausgebuchten Hotels. Grosse Töpfe mit Fleisch, Kartoffeln und Gemüse werden auf die Tische gestellt. Es ist eines der besten Essen dieser Ferien. Sofort ist man mit den andern Gästen im Gespräch. Es herrscht eine ausgelassene familienähnliche Stimmung.

Dinner at Hotel Frenchglen, Oregon

 

Ich unterbreche das Essen irgendwann, um draussen mit dem letzten Tageslicht noch ein Foto mit Hilfe der Drohne zu machen. Dazu stehe ich mitten auf der Strasse. Um diese Zeit kommt hier keiner mehr vorbei. Wirklich keiner? Als ich der Drohne eben das Kommando zum Landen geben will, kommt ein sogenannter Road-Train, also ein Lastwagen mit mehreren Anhängern, um die Kurve gleich neben dem Hotel. Der mittlere Anhänger beginnt zu kippen und zerrt die Zugmaschine mit sich. Das ganze Gespann kratzt und poltert etwa 20 Meter an mir vorbei und bleibt am Strassenrand liegen.

Ich höre mich selbst rufen «O my god» und überlege eine Millisekunde, ob ich mit der immer noch fliegenden Drohne nun filmen oder alles hinschmeisse soll, um hinzurennen und vielleicht helfen zu können. Ich widerstand der Versuchung des Gaffers, schmiss alles hin und rannte zum Laster, wo der Chauffeur bereits oben aus dem Fenster kletterte. Am nächsten Morgen war der ganze Lastzug bereits geborgen und verschwunden. Schon erstaunlich an einem Ort, der so abgelegen ist.

Roadtrain flipped over just in front of my eyes

 

Am nächsten Morgen geht's auf die bevorstehenden 500 km Staub- und Schotterpisten. Zuvor wird aber der Benzintank nochmals richtig gefüllt. An der Grenze zwischen Oregon und Nevada ist die Tankstelle «Fields». Hier landen ab und zu auch Flugzeuge auf der Strasse, um Benzin zu tanken.

Fields Station, Oregon, gas for cars and planes

 

Diese sogenannte High-Desert (rund 1300 m.ü.M) ist irgendwie eintönig (deshalb heisst sie wohl Wüste) und abwechslungsreich zugleich. Sie übt eine grosse Faszination auf uns aus. Weite, mit Büschen bewachsene Ebenen folgen auf Canyons mit schwarzen schroffen Felsen. Wir sehen Schlangen, Wildhasen, Kojoten, Antilopen, Kühe und auch Abdrücke von hmm, etwas ganz grossem Undefinierbarem. Wahrscheinlich Schnee-Elefanten, deshalb sehen wir sie nicht auf dem weissen Sand ;)

 

 

Dann wieder ausgetrocknete Seen, die absolut eben sind, und oft für verrückte Projekte dienen, wie Weltrekordfahrten mit Raketenfahrzeugen, Landepisten für Testflugzeuge oder auch dem berühmt-berüchtigten Anlass «Burning Man». Dieser Anlass ist eben erst wieder zu Ende gegangen, und ein paar seltsame Dinge wie ein zum Nachtclub umgebauter Jumbo  oder ein Haus auf Beinen stehen noch in der Nähe des Geländes in der Wüste rum und warten auf den Abtransport oder die Demontage. 

 

Zu guter Letzt kommen wir zufällig da vorbei, wo auf der Karte ein Geysir eingezeichnet ist. Bloss, dieser befindet sich auf privatem Grund, rund 400 m von der Strasse entfernt. Der Weg ist abgesperrt und Schilder sind unmissverständlich: No trespassing. Aber wir sind total relaxt: Man hat ja schliesslich eine Drohne dabei. Und von Flugverbot steht da nichts. Tadaaa, schon noch cool, einen bunten Geysir ohne andere Touristen bestaunen zu können.

 

 Black Rock Desert, Nevada

 

 

Dies war jetzt vermutlich doch der letzte Blogeintrag, denn wir sind bei unserer «Familie» in Kalifornien angekommen. Heute Abend geht's zum Flughafen und hop zurück in die schöne Schweiz. Auch darauf freuen wir uns.

«Unsere Familie» in Kalifornien: Oliver, Sylvia, Moni, George, Norma und Lucho

 

Wir bedanken uns bei den Lesern, die uns mit ihren eMail-Kommentaren ihre Freude über unseren Blog zum Ausdruck gebracht und mitgefiebert haben. Freude herrscht!

 

Lieber Gruss an alle und auf Wiedersehen.

 

 

 

Due to the overwhelming impressions there is, contrary to expectations, here's another blog entry:

As the regular readers of our blog know, the only thing left on the program was the return journey from Portland to San Francisco (about 900 km) in a rental car. So to speak a compulsory exercise, a necessary strain. Our thoughts were so similar. Surprisingly, these three days became one of the highlights of the holiday. So how did that happen? 

 

On the eve of this return trip I inform myself about the weather conditions along the coast: foggy, drizzle and cold. Fits really well.

In short I plan an alternative route over the southeast of Oregon and through the desert of Nevada. We've reserved a jeep anyway, so the high desert can't go wrong on the dust tracks. Said - done. 

 

The weather is thundery, dark clouds and clear sunbeams alternate. From Prineville, after the first 250 km, we are on Highway 27. A road which is called Highway, but has the character of a beautiful side road. When the highway is suddenly no longer asphalted, we are not particularly worried, but we were a little surprised. Usually roads called Highway are asphalted. Shortly afterwards the gravel on the road is missing, and due to the rain, which must have stopped only minutes before us, the road is a small mud battle. The rented Grand Cherokee is doing quite well. But I bet the car would have been happy if it had had better tires. Despite everything, we're sliding around quite nicely. But the landscape through the long, winding canyon is spectacular. 

 

On Highway 27, southbound

 

We reach our first stage finish in the High Desert of Oregon in the early evening. The place Frenchglen is hardly to be found on the map. It consists only of a historic old hotel, a gas station and a small grocery store. The next bigger place is about 100 km north of it. We have just arrived and are rung for dinner with the iron triangle on the veranda. "You better look for a table now" it says. The dining room has the ambience of a woodcutter's hut. All 25 guests of the fully booked hotel sit at three large tables. Large pots with meat, potatoes and vegetables are placed on the tables. It is one of the best meals of this holiday. Immediately you are in conversation with the other guests. There is an exuberant family atmosphere.

 

Historic Hotel Frenchglen, Oregon​

 

I interrupt the meal sometime, in order to take a photo outside with the last daylight with my drone. I'm standing in the middle of the street. At this time of day nobody passes by. Really nobody? As I'm about to give the drone the command to land, a so-called road train, i.e. a truck with several trailers, comes around the bend right next to the hotel. The middle trailer begins to tip over and pulls the tractor with it. The whole team scratches and rumbles about 20 meters past me and stops at the roadside.

I hear myself shouting "O my god" and think for a millisecond if I should film with the still flying drone or if I should throw everything away to run there and maybe help. I resisted the temptation of a robbernecker, threw everything and ran to the truck, where the driver already climbed out of the window. The next morning the whole truck was safe and gone. It was astonishing in such a remote place.

 

Just at the border between Oregon and Nevada

 

 

The next morning we will go on the 500 km of dust and gravel roads. But before that the fuel tank will be filled again. At the border between Oregon and Nevada is the gas station "Fields". From time to time airplanes land here on the road to refuel. 

This so-called High Desert (about 1300 m.a.s.l.) is somehow monotonous (therefore it is called desert) and varied at the same time. It exerts a great fascination on us. Wide plains overgrown with bushes follow on canyons with black rugged rocks. We see snakes, wild hares, coyotes, antelopes, cows and also prints of hmm, something very big and indefinable. Probably snow elephants, so we don't see them on the white sand ;)

 

Then again dried up lakes, which are absolutely flat, and often serve for crazy projects, like world record rides with rocket vehicles, landing strips for test airplanes or also the notorious occasion "Burning Man". This event has just come to an end, and some strange things like a jumbo converted into a nightclub or a house on legs still stand around near the desert site waiting for transport or dismantling. 

Nightclub at the Burning Man inside the Jumbo

 

Last but not least we happen to pass where a geyser is marked on the map. Only this one is on private land, about 400 m away from the road. The road is closed and signs are unmistakable: No trespassing. But we are totally relaxed: After all, we have a drone with us. And there is no

thing about a flight ban. Tadaaa, still cool to be able to admire a colorful geyser without other tourists.

Geysir on private land, without public access.

 

This was probably the last blog entry, because we arrived at our "family" in California. Tonight we go to the airport and hop back to beautiful Switzerland. We are looking forward to that as well. 

 

We would like to thank all the readers who expressed their joy about our blog with their e-mail comments. 

 

Dear greetings to all and goodbye.

 

 

 

 

 

 

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