19) Rocky Mountains 2 v 2

Seltsam: Im Nachhinein betrachtet ist ein Erlebnis, welches nahe oder gar über die Komfortzone hinausgegangen ist, meistens das eindrücklichste oder einfach das beste Erlebnis. In diesem Sinne lässt sich ein bestimmter Tag der Rocky Mountains-Überquerung gut zusammenfassen. Ich musste an einem Tag über vier Pässe – drei davon knapp über 4000 MüM. – um dort ankommen zu können, wo Moni auf normalen Strassen auch hinkommt. Dabei wusste ich beim Start noch nicht mal mit Sicherheit, ob diese Pässe auch alle schneefrei sind. Der Schnee war denn auch kein Problem, und die Höhe und damit verbundene dünnere Luft war auch kaum merklich. Hingegen kann ich von grossem Glück sprechen, dass meine Route von Osten nach Westen über diese vier Pässe führte. Denn in umgekehrter Richtung wäre der Weg teilweise überhaupt nicht fahrbar gewesen. Mehrmals habe ich mir gar gedacht, dass ich mein Bike da nicht mal raufstossen könnte. Diese Abschnitte waren eigentlich gar keine Piste, sondern eine Geröllhalde, welche ich schräg in steilem Winkel durchqueren musste. Da war es nicht mal möglich anzuhalten oder auch nur einen Augenblick eine Hand vom Lenker zu nehmen, um vielleicht die Kamera zu starten. Ich wäre augenblicklich «Arsch über Kopf» das Loch runter. Ich musste einfach mit dem mitrollenden Geröll runterschwimmen und schauen, dass ich in die richtige Richtung drifte. Und immer wieder habe ich gedacht, «so etwas gibt es doch gar nicht». Jetzt, nachdem die Rockys hinter mir liegen, scheint es mir manchmal fast so, als wäre ich schon fast am Ziel. Dabei wäre da schon noch die eine oder andere Herausforderung anstehend: Die Hitze und die Langeweile durch die Wüste von Nevada, oder das endlose Gedränge, wenn es dann langsam in Richtung San Francisco Bay geht. – Also, schaut wieder mal rein in meinen Blog, würde mich freuen.


Strange: Looking back, an experience that has gone close to or even beyond one's comfort zone is usually the most memorable or simply the best experience. In this sense, one particular day of the Rocky Mountains crossing can be well summed up. I had to cross four passes in one day - three of them bit more than 4000 m (13'000 ft) above sea level - to be able to arrive where Moni can reach on normal roads. At the start I didn't even know for sure if these passes were all snow-free. – The snow was no problem, and the altitude and the associated thinner air was hardly noticeable.

However, I was lucky that my route led from east to west over these four passes. Because in the opposite direction part of the way would not have been rideable at all. Several times I even thought that I could not even push my bike up there. These sections were actually no trail, but a scree slope, which I had to cross diagonally at a steep angle. Since it was not even possible to stop or even take a moment a hand off the handlebars to maybe start the camera. I would have been instantly "ass over head" down the hole. I just had to swim down with the rolling debris and look to drift in the right direction. And again and again I thought "that can't be real".

Now, after the Rockys lie behind me it seems to me sometimes almost in such a way, as if I would be already nearly at the goal. But there would still be one or the other challenge: The heat and the boredom through the desert of Nevada, or the endless crowd when it then slowly goes in the direction of the San Francisco Bay.


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